Sonntag, 23. November 2014

Ein paar Buchempfehlungen...

Ich schreibe diesen Post nur, damit ich einfach nur auf diesen Link verweisen muss, wenn jemand nach Buchempfehlungen fragt. Ich lasse hier mal so Sachen wie "A song of ice and fire", "Harry Potter", "Herr der Ringe" oder ähnliches weg, weil ich eh immer davon ausgehe, dass die jeder kennt. Bin immer überrascht, wenn dem nicht so ist :)

1. "Der Schatten des Windes" von Carlos Ruiz Zafon.



Die Handlung des Buches spielt sich in Barcelona zwischen 1945 und 1966 ab. Daniel Sempere ist der Sohn eines alleinerziehenden Buchhändlers. Eines Tages nimmt Papa Sempere seinen kleinen Sohn mit zu dem Friedhof der vergessenen Bücher, einer geheimnisvollen, labyrinthartigen Bibliothek, in der Bücher aufbewahrt werden, deren Existens bedroht ist (weil es kaum mehr Exemplare gibt zum Beispiel). Dort stößt Daniel auf das Buch "Der Schatten des Windes" von Julián Carax. Er ist sofort von dem Buch fasziniert und versucht viele Jahre seines Lebens mehr über seinen Autor und dessen Geheimnis herauszufinden, denn alle Exemplare des Buches, bis auf das von Daniel, sind auf mysteriöse Weise vernichtet worden. 

Ich liebe die epische Geschichte, die verschachtelte Erzählweise, in der nach und nach herauskommt, was es mit Julián Carax und seinem Buch auf sich hat, und ich liebe es, wie Carlos Ruiz Zafon über Barcelona schreibt (seitdem will ich nämlich unbedingt mal nach Barcelona). Außerdem lernt man noch etwas über Spaniens Geschichte, zum Beispiel den Spanischen Bürgerkrieg oder die Franco-Diktatur.
"Der Schatten des Windes" ist der erste Teil einer Buchreihe rund um Barcelona und den Friedhof der vergessenen Bücher, wobei man jedes Buch auch einzeln lesen kann. Ich finde es immer wieder schön, in diese Welt einzutauchen und die Charaktere wiederzusehen. Die anderen beiden Bücher sind "Das Spiel des Engels" und "Der Gefangene des Himmels" und ich habe gerade gelesen, dass das ganze als vierteilige Geschichte angelgt ist. Ich kann mich also jetzt schon auf das nächste Buch freuen.

Von Carlos Ruiz Zafon habe ich noch "Marina" gelesen, was auch in Barcelona spielt, jedoch nichts mir dem Friedhof der vergessenen Bücher zu tun hat. Von der Erzählweise ähnelt es aber sehr den anderen Büchern und ich mag es genauso gern.


2. "Das geheime Spiel" von Kate Morton



England 1924: Während einer rauschenden Party auf dem Landsitz Riverton Manor kommt der junge Dichter Lord Robert Hunter ums Leben. Einzige Zeugen sind die Schwestern Emmeline und Hannah Hartford, die danach nie wieder ein Wort miteinander reden. Was genau in jener Sommernacht geschah, bleibt ein Mysterium.
Mehr als fünfundsiebzig Jahre lang hütet Grace Bradley das Geheimnis der beiden Schwestern, bis sie nicht mehr die Kraft hat, die Erinnerung an jene Zeit zu verdrängen:
Als vierzehnjähriges Hausmädchen tritt sie kurz vor dem Ersten Weltkrieg ihren Dienst in Riverton an. Dort beobachtet Grace heimlich die Kinder des Hausherrn beim Spielen. Schon bald weiß sie mehr über Hannah und Emmeline als jeder andere im Haus. Doch aus der stillen Beobachterin wird eine Komplizin wider Willen – und nach jener Sommernacht im Jahr 1924 die Hüterin einer großen Schuld, die sie den Rest ihres Lebens nicht mehr loslassen wird …

Ich stehe total auf solche geheimnisvollen Familienepen und da ist man bei Kate Morton an der richtigen Adresse. Ich mag es, wie sie mehrere Handlungen miteinander verbindet, wie in der Gegenwart nach und nach ans Licht kommt, was in der Vergangenheit geschehen ist. Zu weiteren Büchern von Kate Morton, die alle nach diesem Schema aufgebaut sind, gehören "Der verborgene Garten", "Die verlorenen Spuren" und "Die fernen Stunden", die ich alle mindestens genauso liebe, wie "Das geheime Spiel".
Übrigens mag ich es, mehr über das Leben in England in unterschiedlichen Epochen zu erfahren, vor allem über das von Frauen in unterschiedlichen Gesellschaftsschichten. Zum Biespiel in "Das geheime Spiel" über das Leben von Dienstboten und ganz besonders Mädchen/Frauen zur Zeit um den 1. Weltkrieg, über Analphabetismus und Stenokurse. Oder in "Die fernen Stunden" über das Leben während des Blitzkrieges in London.


3. "Die Alchimistin" von Kai Meyer



In einem finsteren Schloss in der Ostsee wächst Aura Institoris heran. Als ihr Vater, der Alchimist Nestor Nepomuk Institoris, im Auftrag seines ärgsten Widersachers getötet wird, steht Aura plötzlich vor der Aufgabe, sein Erbe anzutreten. Sie versucht den Stein der Weisen zu entdecken, bevor es Nestors größter Feind und Konkurrent tut, der in den Katakomben von Wien seine Ränke schmiedet. Eine Jagd beginnt, die von den Mooren des Nordens über Österreich und Venedig bis nach Swanetien führt, einem vergessenen Bergland jenseits des Schwarzen Meeres.

"Die Alchimistin" war das erste Buch, das ich von Kai Meyer las und danach habe ich so ziemlich jedes Buch von ihm verschlungen, das ich in die Hände bekam (nur im Moment hinke ich etwas hinterher).
"Die Alchimistin" hat tolle Charaktere (zum Beispiel einen Hermaphroditen), eine spannende Geschichte mit überraschenden Wendungen, Witz, Emotionen, eine Liebesgeschichte und unglaubliche genial Settings. Normalerweise finde ich die Beschreibungen der Umgebung in Büchern eher langweilig, nicht so bei Kai Meyer, da versinke ich quasi in jeder Kulisse, was vor allem auch daran liegt, dass es außergewöhnliche Orte sind, die so gut beschrieben werden, dass man mitten drin ist. Ein altes Schloss mit Geheimgängen auf einer rauhen, kleinen Ostseeinsel, die Wiener Katakomben, ein gruseliges Mädcheninternat in den Alpen. Schon beim Gedanken daran bekomme ich Gänsehaut. Aber Achtung, "Die Alchimistin" ist nicht ...fluffig... , das Buch hat auch gruselige, grausame und eklige Passagen, die aus einem Horrorfilm stammen könnten, nur so als Vorwarnung.

Wie gesagt, ich habe danach auch noch viele andere Bücher von Kai Meyer gelesen und kann sie alle nur empfehlen. Ob es die Erwachsenen-Romane sind, die Historie und Phantastik miteinander verbinden (Herrin der Lüge, Das Buch von Eden, Das Haus des Daedalus), oder die unglaublich tollen Fantasy Jugend-Buchreihen (Merle, Wellenläufer, Wolkenvolk, Studmkönige), ich mag beides super gerne.

4. "Die Schattengilde"-Reihe von Lynn Flewelling



Als der junge Alec von Kerry für ein Verbrechen, das er nicht begangen hat, in den Kerker geworfen wird, glaubt er fest, daß sein Leben nun zu Ende ist. Doch er hat nicht mit seinem Kerkergenossen gerechnet: Sergil von Rhiminee, ein Meisterdieb und Spion. Gemeinsam fliehen sie aus dem Gefängnis und Seregil nimmt Alec in die Lehre. Schon bald werden die beiden in eine Verschwörung am Königshof von Rhiminee verstrickt und müssen zudem das Land vor einer dunklen Bedrohung retten.

Diese Fantasy Reihe ist relativ unbekannt, was ich sehr schade finde. Lynn Flewelling hat ihre eigene Fantasy Welt erschaffen mit verschiedenen Völkern, Herrschaftssystemen und Geschichtsschreibung. Man könnte es als eine Mischung aus Hogwarts, Kings Landing und Baker Street beschreiben. Von Magie über Intrigen bis zu Detektivarbeit ist alles vorhanden. Und auch Liebe und Romantik kommen nicht zu kurz. Die Charaktere sind toll und machen teilweise eine unglaubliche Entwicklung durch. Das Setting ist genial. Die Stadt Rhiminee als Schauplatz hat mich sofort in ihren Bann gezogen. Die Story ist super spannend (vor allem in den ersten beiden Bänden "Licht in den Schatten" und "Der Gott der Dunkelheit") und emotional. Was ich aber am meisten bei diesen Büchern liebe, ist, dass Sexualität und Geschlechterrolen thematisiert werden. Bi- und Homosexualität haben in dieser Welt den gleichen Stellenwert wie Heterosexualität. "Licht in den Schatten" war das erste Buch mit einem homosexuellen Protagonisten, das ich gelesen habe (wenn ich darüber nachdenke, vielleicht sogar das einzige) und hat ich in meiner Sichtweise nachhaltig geprägt. Vielleicht liegt es mir deshalb so sehr am Herzen.

Mittlerweile gibt es 7 Romane in der Reihe und ein Buch mit Kurzgeschichten. Aber nur die ersten drei wurden ins Deutsche übersetzt, wenn ich mich nicht irre. Ich muss auch gestehen, dass ich Buch 4 nicht mehr so gut fand, weshalb mir seit Jahren immer noch die letzten 30 Seiten oder so fehlen. Ich habe aber gehört, dass es ab Buch 5 wieder viel besser werden soll. Ich sollte also weiter lesen. Es wäre schade um die lieb gewonnenen Charaktere. Diese Empfehlung bezieht sich also erst mal nur auf die ersten 3 Bücher.


5. "Blackout" von Connie Willis



Im Jahr 2060 reisen Historiker der Oxford Universität in die Vergangenheit, um Geschichte zu studieren, indem sie sie als Beobachter live erleben. Merope, Polly und Michael bereiten sich auf ihre bevorstehenden Missionen im zweiten Weltkrieg vor. Merope möchte die Evakuierung von Kindern im zweiten Weltkrieg untersuchen. Polly soll als Shop Girl in London die Schutzräume in U-Bahnstationen während des Blitzkrieges erforschen und Michael wird nach Dover geschickt, um Zeuge der Dunkirk Evakuierung zu werden. Kurz nach ihrer Ankunft in den 1940ern merken die drei, dass all ihre Recherchen sie nicht auf die Realität des zweiten Weltkrieges vorbereiten konnten und dass in einer so chaotischen Zeit nicht alles nach Plan laufen muss. Als sie nicht wie erwartet am Treffpunkt abgeholt werden, sind sie auf sich allein gestellt, einen Weg zurück in das Jahr 2060 zu finden, begleitet von der Angst, dass ihre Anwesenheit in der Vergangenheit die Zukunft verändert haben könnte.

Zeitreisen und Geschichte haben mich schon immer fasziniert und ich finde, dass Connie Willis beides ganz wunderbar miteinander verbindet. Ich finde die Zeit während des Zweiten Weltkrieges in Großbrittanien unglaublich interessant, weil man es im deutschen Geschichtsunterricht auch selten und nicht so ausführlich behandelt. Man bekommt in "Blackout" einfach einen guten Einblick in viele verschiedene Aspekte dieser Zeit. Das Buch ist super interessant und spannend und gegen Ende habe ich mich oft dabei ertappt, wie ich die Luft anhielt. Leider ist es noch nicht auf Deutsch erschienen. Und es gibt noch ein Problmen: Bei Blackout handelt es sich um einen Zweiteiler. Das Buch hört mit einem richtig fiesen Cliffhanger auf und ich habe die Fortsetzung "All Clear" immer noch nicht lesen können.

Connie Willis hat übrigens noch mehr Oxford-Zeitreise-Romane geschrieben. "Blackout" ist eigentlich schon die dritte Story. Die ersten beiden sind sogar schon ins Deutsche übersetzt worden. Ich habe beide aber nicht gelesen, möchte ich aber noch nachholen.



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