Montag, 2. Dezember 2013

Baltrum Teil 1 - Andere Breitengrade, andere Sitten

Anfang Oktober. Es ist 3 Uhr nachts an einem Samstag und zwei sehr müde und frierende Freundinnen machen sich auf den Weg von Lüneburg nach Neßmersiel, um von dort die erste Fähre nach Blatrum zu erwischen.

Von der Fahrt weiß ich nicht mehr viel. Es war dunkel, wir hörten den Being Erica Soundtrack, zwischendurch kam undurchringlicher Nebel und als es begann zu dämmern, döste ich immer wieder kurz ein.

Und dann waren wir da. Viel zu früh, denn alles war noch geschlossen. Und während C. noch etwas Schlaf nachholte, fotografierte ich den schönen Sonnenaufgang an der Küste.



(Ok, eigentlich musste ich die Fahrrinne fotografieren, weil die Sonne ja nicht im Norden aufgeht. Sieht trotzdem hünsch aus.)

Da waren wir also, an der Nordsee. Und schnell merkten wir, Ostfriesland hat so seine Eigenheiten. Als wir das Auto geparkt und unsere Koffer im Container verstaut hatten, mussten wir immer noch Zeit bis zur Fähre überbrücken und so  stießen wir auf folgendes Plakat:



Kann mir bitte jemand erklären, was Kuh-Bingo ist? Diese Frage beschäftigt mich nun seit fast 2 Monaten.

Eine letzte Sache möchte ich noch vorgreifen und die lernten wir bei der Rückfahrt eine Woche später kennen: Boßeln.

Anscheinend hatten wir uns für die Rückfahrt den Tag des Boßel-Dorfmeisterschaft ausgesucht. Alle Dörfer, die an einer Straße lagen, waren daran beteiligt. Kilometerweit mussten wir Schrittempo fahren, weil uns hinter jeder Kurve eine neue Schar von Boßel-Spielern entgegenkam. Sie ließen sich von uns nicht im geringsten stören, warfen ihre Bälle ungehemmte aufs oder unters Auto und sahen es gar nicht ein, kurz von der Straße runterzugehen. Als nach 10 Dörfern immer noch kein Ende in Sicht war, brachen C. und ich irgendwann in lautes Lachen aus, sobald nach einer Kurve wieder Spieler in Sicht kamen.

Aber zurück zu Baltrum.
Weil wir mit der ersten Fähre ankamen, hatten wir schon am ersten Tag richtig viel Zeit, die Insel einmal auszukundschaften. Weil ich meine Kameratasche nicht mitschleppen wollte, musste ich an diesem Tag nur mit meinem Handy fotografieren, was ganz gut klappte.



Wir starteten am Westend und gingen einmal die Promenade entlang bis zum Strand, schlenderten durch das Dorf, aßen unterwegs etwas, irrten ein wenige in den Dünen umher...



... und landeten schließlich am Wattstrand in der Nähe des Hafens. Es war sogar Ebbe, so dass ich das Muster der Strömungsrippel fotografieren konnte. Ich mag das Muster sehr.












 Nicht auf die grünen Steine treten! Rutschig!



Ein Paradies für Bernstein-Sucher... wozu wir grantiert nicht zählten. Wir konzentrierten und lieber auf Muscheln :)



 Und zum Schluss noch ein Foto der Wettervorhersage-Vorrichtung auf Baltrum:



Kommentare:

  1. So richtig erklären kann ich Kuh-Bingo jetzt nicht, aber ich hab' da grad was im Hinterkopf, dass da halt ne Kuh auf einer Fläche mit markierten Feldern steht und dann ist wohl die Frage, in welches Feld diese Kuh ihr Geschäft verrichtet, oder so xD

    Die Ostfriesen sind schon ein nettes Völkchen^^

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  2. ja, inselbewohner sind halt anders :)
    das mit dem kuhbingo hab ich lustigerweise auf unserer weihnachtsfeier auch erklärt bekommen. genauso, wie patrizia es erklärt hat. angeblich gibt es das auch bei uns in den eher ländlich-bäuerlichen regionen... ^.^

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