Freitag, 20. Mai 2011

Copic Marker: Step by Step von "Dschinn sister"

2004 habe ich ein Tutorial vorbereitet, wie ich mit Copic Markern koloriere. Beim Aufräumen meiner Festplatte habe ich die Bilder wiedergefunden und dachte mir, ich kann wieder ein paar Zeilen dazu schreiben, weil sich seitdem kaum etwas geändert hat. Wenn, dann bin ich nur fauler geworden^^; Nun habe ich jedenfalls Langeweile und Zeit dafür, weil ich darauf warte, dass die Aquarellfarbe bei einem neuen Bild trocknet.

1) Fangen wir gleich mit dem ersten Schritt an, den ich fast immer weglasse. Aber manchmal, wenn ich tatsächlich nicht nur so drauflos zeichne, mache ich mir erst eine kleine grobe Skizze, was wo aufs Bild drauf soll. Bei dem Bild wollte ich unbedingt die Pose des Mädels auf der rechten Seite ausprobieren. Und weil die linke Seite dann so leer aussah, wurde da noch ein Mädel reingesetzt. Das ganze sollte dann einen orientalischen Touch kriegen.



2) Danach habe ich die große Skizze gezeichnet. Und ja, meine Skizzen sehen immer so verschmiert und unsauber aus. Und ich zeichne fast ausschließlich mit einem dünnen Druckbleistift (und das obwohl ich eine riesige Bleistiftsammlung in allen möglichen Härtegraden besitze). Früher habe ich gern eine 0,5 B oder 2B Mine verwendet, heute nehm ich lieber 0,3 HB oder H. Das schmiert weniger und ermöglicht es mir, detaillierter zu zeichnen (ich darf nur nicht zu stark aufdrücken). In groß hat das liegende Mädel zwar einen Körper mit Alienproportionen aber das war mir damals total egal (wärs heute wahrscheinlich auch, weil ich zu ungeduldig bin, um eine fertige Skizze nochmal von vorn zu zeichnen, nur weil ein paar Fehler drin sind^^; ).



3) Die Lineart. Obwohl ich einige Techniken kenne, um Skizzen sauber auf anderes Papier zu übertragen (Leuchttischimprovisation; Rückseite der mir weichem Bleistift einfärben, Skizze auf sauberes Blatt Papier legen und Linien mit hartem Bleistift fest nachzeichnen; einscannen, Skizze im PC säubern bzw. Linearts am PC nachzeichnen und dann wieder ausdrucken), zeichne ich immer noch in 99% der Fälle die Outlines direkt auf die Skizze und radier dann die Bleistiftstriche weg. Ich bin wirklich faul. So ist die Lineart zwar nicht ganz sauber und das Papier vom Radieren schon etwas aufgerauht... aber das ist mir in dem Moment auch egal^^;
Viel wichtiger ist der Stift, den ich zum Umranden verwende. Da es sich bei Copics um Stifte auf Alkoholbasis handelt, verschmieren Eddings und Fineliner auch wenn sie wasserfest sind. Das gleiche passiert mit normaler Tinte aus Tintenstrahldruckern (nicht Laserdruckern, die sind dann toll). Deshalb habe ich mit vor einiger Zeit einen Copic Multiliner in der Stärke 0,03 mm gekauft (war für KaKAO Karten praktischer als eine 0,1 Stärke, ein deutlicher Unterschied). 2004 aber benutzte ich einen normalen 0,1 Edding, der natürlich regelmäßig beim Kolorieren verlaufen ist an Stellen, die zu klein waren, um den Kontakt von Edding und Copic zu vermeiden).




4) Ich fange fast immer mit der Haut an. Aus dem einfachen Grund, weil das mit am meisten Spaß macht. Die Farbwahl fällt nicht schwer, da man nicht so viel Auswahl hat und die Flächen sind überschaubar. Ich fülle also erstmal alle Hautflächen mit der hellsten Hautfarbe aus, die ich beseitze. 2004 hatte ich noch nicht so viele Farben, mittlerweile sind es mehr und vor allem auch mehr Hautfarben, so dass ich die Übergänge leichter machen kann. Jedenfalls sieht man an der Hand, was passiert, wenn die Outlines nicht mit Copic Stiften (oder vergleichbaren Stiften anderer Marken) gezeichnet sind. Obwohl mich solche Schmierereien ärgern können, nämlich dann, wenn sie zum Beispiel im Gesicht passieren, wars an dieser Stelle nicht so schlimm. Aber erstmal weiter zum Schattieren.






Es gibt zwei Möglichkeiten, mit Copics zu schattieren. Entweder mit harten (V1: links) oder weichen (V2: rechts) Kanten. V1 ist ziemlich simpel. Man lässt sich einfach Zeit und zeichnet die Schatten von Hell nach Dunkel ein. Nur fällt es da viel eher auf, wenn man Schattierungsfehler macht und ich persönlich mag diese harten Übergänge nicht. Also nutze ich ausschließlich V2. Dazu muss man aber schnell mit zwei Stiften gleichzeitig arbeiten und verbraucht mehr Farbe. Solche Übergänge bekommt man hin, wenn man direkt nach Auftragen der dunkleren Farbe, diese mit der helleren Farbe sofort verwischt und sie in die hellere Farbe einblendet. Dazu braucht man ein wenig Übrung. Und je weiter die Farben auseinander liegen, desto schwerer wird es.

6) Die erste Schattenschicht, die ich anlege, male ich mit der Grundfarbe, die ich schon benutzt habe, um die Flächen auszufüllen. Wie man auf dem Bild zieht, wird die Farbe in einem gewissen Rahmen dunkler, je öfter man damit auf einer Stelle malt.



7) Danach nehme ich die nächst dunklere Farbe und gehe vor, wie oben beschrieben. Ich merke grad, dass man zwischen den beiden Scans der zwei Schritte kaum einen Unterschied sieht... aber er ist da^^



8) Das mache ich mit so vielen Farben, wie ich Lust habe. Mit der dunkelsten Hautfarbe (hier ein helles Braun oder dunkles Lila, denk ich), betone ich nur einige Stellen, gehe aber wieder genauso vor wie vorher. Und schon ist die Haut so gut wie fertig. Den letzten Schliff bekommt sie ganz zum Schluss.



9) Als nächstes nehme ich mir die Haare vor (zweitliebste Beschäftigung: Haare kolorieren). Bei Haaren fülle ich die Flächsen auch zuerst mir der Grundfarbe aus. Nur dass ich dabei die hellen Stellen manchmal schon mal weiß lasse, da wo der Glanz sein soll.



10) Beim Schattieren der Haare gehe ich zwar auch von Hell nach Dunkel vor, mache aber keine ganz so weichen Übergänge, wie bei der Haut, sondern deute mit den einzelnen Markerstrichen schonmal Haarsträhnen an. Je nach Vorzeichnung kann es auch vorkommen, dass ich die feine Haarstruktur mit einem dunklen Buntstift zum Schluss reinzeichne.



11) Wenn ich Schmuck gezeichnet habe, koloriere ich ihn meist an dritter Stelle mit einer Mischung aus weichen und harten Übergängen, damit er glänzt.



12) Bei dem Bild habe ich dann alle übrigen Grundfarben eingemalt, um die Farbverteilung schonmal festzulegen. Ich weiß übrigens nicht, was mich damals geritten hat, ausgerechnet diese Farben miteinander zu kombinieren. Ich meine, irgendwie funktionieren sie miteinander aber sowas würd ich mich heut wohl nicht mehr trauen.



13) Schatterung wie gewohnt. Diesmal hat es sogar Spaß gemacht alles zu schattieren. Klamotten, Kissen, Boden, Vorhänge. Das ist schon eine Seltenheit. Hmm, muss daran liegen, dass die Farben damals noch frisch waren und nicht fast leer wie heute :(



14) Nachdem alles kolorert war, habe ich früher immer die Lineart nachgezogen, weil sie durch die Farben sehr ausgeblichen war. Das mache ich heute auch nur noch selten. Einerseits, weil ich wie gesagt faul geworden bin. Andererseits, weil ich so starke Outlines oft nicht mehr schön finde. Wozu sich das Nachziehen noch besonders gut eignet: Man kann Fehler wie Übermalen einfach vertuschen.



15) Und am besten für Vertuschungsaktionen eignen sich immer noch Highlights. Die setze ich zum Schluss (nach den Mustern, für die ich heutzutage auch zu faul bin) sehr exzessiv. Das ist mein Lieblingsteil am Kolorieren, um genau zu sein^^ Man beachte die Hand, der man nun gar nicht mehr anmerkt, dass da jemals etwas verwischt ist ^________^v


Kommentare:

  1. Oh je das viele Rot will meinem Auge gar nicht in Kombination mit dem Lila gefallen, aber trotzdem ziemlich cool! Das Muster auf dem rotem Stoff ist soooo hübsch.... =)

    Der Point.

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  2. Versuch mich ja seit einiger Zeit auch mit Copics und werd das mit dem weichen Schattieren gleich mal ausprobieren ^^ Danke für den Tipp.

    Und zwei Fragen hab ich auch noch,... welche Grund-Hautfarbe ist dir die liebste und womit hast du die hellten Stellen der Keidung gemacht?

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  3. Danke für deinen Kommentar zu meinem Copic Marker Posting.
    Zu deinen Fragen:
    1) meine Lieblingsgrundfarbe für die Haut ist E51 (Milky White). Zum schattieren benutze ich dann übrigens zuerst E00 (Skin White) und danach E21 (Baby Skin Pink).
    2) Ich bin mir nicht mehr sicher, welche Farbe ich für die Kleidung genommen habe. Ich glaube aber es war V06 (Lavender). Zumindest etwas in die Richtung.

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  4. Whoa, das Stoffmuster ist toll geworden! Irgendwie juckt es mich ja in den Fingern, mir auch mal Copics zu gönnen... wenn die nur nicht so teuer wären. *sfz*

    Liebe Grüße
    neontrauma

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  5. Muss mich korigieren, die helle Farbe der Kleidung ist doch RV11 (Pink).

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